Über

Der Forschungsverbund „Kommunikative Figurationen“ ist eine gemeinsame Initiative der Universitäten Bremen und Hamburg. Beteiligt sind in Bremen das Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI), das Forschungszentrum für Ungleichheit und Sozialpolitik (SOCIUM) und das Institut für Informationsmanagement (ifib) in Bremen sowie die Fakultät für Geisteswissenschaften, die Fakultät für Rechtswissenschaft, die Fakultät WiSo, das Research Center for Media and Communication (RCMC), das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung (HBI) und die Forschungsstelle Mediengeschichte (FMG) in Hamburg.

Wir erfahren alltäglich, dass kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen mit dem Wandel von Medienkommunikation zusammenhängen: Die ständige Erreichbarkeit über Handy, E-Mail und Informationsdienste verändert das Zeiterleben der Individuen. Soziale Beziehungen werden durch die verschiedenen Social-Web-An­gebote neu ge­stal­tet. Ganze sozi­a­le Felder werden neu verfasst, wenn Bildung nicht mehr nur von einem Gegenüber erfahren, son­dern vornehmlich me­dial vermittelt wird oder wenn Po­li­tik mit medienbezoge­nem Handeln verwoben ist. Die Medien selbst ändern sich in ihren Inhalten und Technologien – und so auch unsere Medienumgebung insgesamt. Dabei geht es nicht um kurzfristige, sondern um langfristige Verän­derungen, also um die Trans­for­mation der Konstruktion sozialer Wirk­lichkeiten. Welchen Stellenwert hat der Wandel von Medien und Kommunikation für Kultur und Gesellschaft? Darauf geben wir eine theoretisch und empirisch begründete Antwort. Das soll auf dem Fundament der Expertise verschiedener sozial- und geisteswissenschaftlicher Disziplinen und unter Einbezug der Medieninformatik geschehen.

Jüngere Studien zu Medienwandel, kommunikativer Konstruktion und Mediatisierung haben deutlich gemacht: Für die angesprochenen Veränderungen sind nur ausnahmsweise einzelne Medien und ihre Inhalte entscheidend. Die Durchsetzung technischer Kommuni­ka­tions­medien hat vielmehr in ihrer Gesamtheit eine durch Medien geprägte Transformation zur Folge. Heute kann man den Stellenwert von Medien für die Trans­formation sozialer Wirklichkeiten also nur bestimmen, wenn man die kommunikativen Verflechtungen medienübergreifend erfasst: Mit „kom­munikativen Figurationen“ bezeichnen wir eben diese Verflechtungen. Das Ziel des Forschungsverbundes der Universitäten Bremen und Hamburg ist es, dies zu leisten.