Der Zusammenhang von Irritationen und Coping in den kommunikativen Figurationen des Lebens der Mittelschichten


Projektleiter/-innen:Prof. Dr. Uwe SchimankDr. Ute Volkmann

Projektmitarbeiter: Dr. Juliane Klein

Seit einigen Jahren unterliegt die Lebensführung der Mittelschichten vielfachen Irritationen, die Coping erforderlich machen. Dies vollzieht sich in kommunikativen Figurationen, in denen auf der einen Seite das gesellschaftliche Medienensemble sowohl Übermittler als auch Quelle von Irritationen ist; auf der anderen Seite ist das individuelle Medienrepertoire auch ein wichtiger Kontextfaktor für Coping-Praktiken. Diese komplexen Wechselbeziehungen von Irritationen, Coping und Mediatisierung werden in Fallstudien untersucht, die sich auf sämtliche Lebensbereiche beziehen und vier klar profilierte Teilgruppen von Mittelschichtpaaren mit Kindern abdecken: Paare mit hohem ökonomischen und kulturellen Kapital, mit niedrigem ökonomischen und kulturellen Kapital, mit niedrigem ökonomischen und hohem kulturellen sowie mit hohem ökonomischen und niedrigem kulturellen Kapital. Explorative Interviews werden durchgeführt, die eine doppelte Zielsetzung verfolgen: erstens soll herausgefunden werden, welche Irritationen und dazugehörigen Coping-Praktiken von zentraler Bedeutung sind (Wir vermuten, dass das u.a. für Irritationen bei der Arbeit und auf dem Arbeitsmarkt, in der Partnerschaft und bezüglich der Bildung der Kinder gilt.); und zweitens sollen unterschiedliche Typen von Fragen erprobt werden, um valide und reliable empirische Daten über diese Irritationen und Coping-Praktiken erheben zu können.

Untersuchungsbereich: Individuum

Publikationen:

Groh-Samberg, O./S. Mau/U. Schimank (2014): Investieren in den Status: Der voraussetzungsvolle Lebensführungsmodus der Mittelschichten. In: Leviathan 42 (1), 219-248.

Schimank, U. (2015): Lebensplanung!? Biografische Entscheidungspraktiken irritierter Mittelschichten. In: Berliner Journal für Soziologie 25(1), 7-31.

Schimank, U./S. Mau/O. Groh-Samberg (2014): Statusarbeit unter Druck? Zur Lebensführung der Mittelschichten. München: Juventa.

Volkmann, U./U. Schimank/M. Rost (2014): Two worlds of academic publishing: Chemistry and German sociology in comparison. Minerva 52 (2), 187-212.

Walter, Michael (2015): Der digitale Kleinanleger. Praktiken der Unsicherheitsbearbeitung in Internetforen. Communicative Figurations Working Paper No. 9, http://www.kommunikative-figurationen.de/de/publikationen/arbeitspapier-reihe-communicative-figurations.html.

Vorträge:

Walter, M. (2014): „Der digitale Kleinanleger. Börsenforen als mediatisierte Communities of Practice“. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie: „Routinen der Krise – Krise der Routinen“, 6.-10.10.2014, Trier.

Walter, M. (2015): „Praktiken der Unsicherheitsbearbeitung von Kleinanlegern in Internetforen“. Workshop „Soziologische Analysen zu Finanzsystem und Gesellschaft: Eine Zwischenbilanz“, Deutsche Bundesbank, 2.2.2015, Hamburg.