Die Re-Figuration öffentlicher Kommunikation in Zeiten tiefgreifender Mediatisierung: Pionierjournalismus, Publikumsbeziehungen und öffentliche Anbindung

Ein Projektverbund aus drei Forschungsvorhaben


Eine wichtige Folge von tiefgreifender Mediatisierung – also der wachsenden Verflechtung der sozialen Welt mit digitalen Medien und deren Infrastrukturen – ist die grundlegende Transformation öffentlicher Kommunikation. Diese kann klare negative Erscheinungsformen haben wie etwa Clickbait-Journalismus oder ‚Fake News‘. Diese Veränderungen können sich aber auch auf positive Art in Erscheinung treten, einschließlich neuer Formen von investigativem Datenjournalismus, einem Anstieg der Nutzerpartizipation im Journalismus oder der Möglichkeit für die Nutzer, ihre Medienrepertoires um vielfältigere Informationsquellen zu ergänzen. Diese Beispiele demonstrieren in ihrer Ambivalenz das Ausmaß, in dem öffentliche Kommunikation derzeit re-figuriert wird.

Ziel des hier beschriebenen, drei einzelne Forschungsvorhaben umfassenden Verbundprojektes ist es, die Re-Figuration der öffentlichen Kommunikation in ihrem derzeitigen Zustand zu untersuchen. Alle drei Projekte gehen der übergeordneten Fragestellung nach, welche Konsequenzen die tiefgreifende Mediatisierung für die Re-Figuration von öffentlicher Kommunikation hat. Projekt A betrachtet dabei den Journalismus in Deutschland. Projekt B beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Journalismus und seinem Publikum und Projekt C betrachtet die Veränderungen in den Medienrepertoires und damit die Anbindung von Individuen an die Öffentlichkeit.

Alle drei Forschungsvorhaben eint dabei der zugrundeliegende analytische Rahmen, der Verknüpfungen und Vergleiche der empirischen Ergebnisse aus allen Projekten miteinander ermöglicht. Re-Figuration bezieht sich hierbei auf die Transformation kommunikativer Figurationen, d.h. Akteurskonstellationen, Medienpraktiken und den Relevanzrahmen innerhalb bestimmter sozialer Domänen.

Die Verbindung aus Journalismus-, Publikums- und Mediatisierungsforschung bietet dabei vielseitige Perspektiven, die eine gemeinsame Untersuchung der beiden ‚Einheiten‘ Journalismus und Mediennutzer, als konstituierend für öffentliche Kommunikation, ermöglichen. Alle drei Projekte bewegen sich dabei mit ihren empirischen Untersuchungen im deutschen Kontext. Zum einen erlaubt erst die Fokussierung auf nur einen Kontext die angestrebte tiefgreifende Analyse auf mehreren Ebenen, zum anderen beinhaltet das deutsche Mediensystem sowohl öffentlich-rechtliche auch als private Sendeanstalten, private Print- und Onlinenachrichten-Organisationen, transnationale soziale Mediennutzung als auch eine neue Generation von Start-Ups. Damit bietet Deutschland das ganze Spektrum professioneller Medien, wie sie auch in anderen europäischen Ländern zu finden sind und erlaubt den Forschenden somit die Analyse aller relevanten Dynamiken.

Alle drei Projekte sind DFG-finanziert, auf eine Laufzeit von je drei Jahren ausgelegt und sollen Anfang 2019 starten.