Sozialisation in einer sich wandelnden Medienumgebung: Eine qualitative Panelstudie

Kinder und Jugendliche nutzen Medien, um sich innerhalb ihrer jeweiligen sozialen Gruppen und Kontexte zu positionieren. Welche Rolle ihre Medienrepertoires und kommunikativen Praktiken dabei spielen und wie sich diese im zeitlichen Verlauf verändern, wird in einer qualitativen Längsschnittstudie untersucht.


Projektleitung: Prof. Dr. Rudolf Kammerl (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Dr. Claudia Lampert (Leibniz-Institut für Medienforschung │ Hans-Bredow-Institut (HBI))

Projektmitarbeit: Katrin Potzel (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Paulina Domdey (Leibniz-Institut für Medienforschung │ Hans-Bredow-Institut (HBI))

Beteiligte Einrichtungen: Leibniz-Institut für Medienforschung │ Hans-Bredow-Institut (HBI), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit: 2018-2024

Website: Connected Kids – Aufwachsen mit digitalen Medien (sozialisation.net)

Im Zuge der Mediatisierung wandeln sich die Bedingungen, unter denen Heranwachsende Beziehungen zu anderen Personen gestalten und sich innerhalb verschiedener sozialer Domänen positionieren. Mediale Entwicklungen und die zunehmende Mediennutzung in Familien, Peergroups, Schulen usw. wirken sich auf die Akteurskonstellationen und die kommunikativen Praktiken innerhalb dieser sozialen Kontexte aus und tragen zu deren Entgrenzung bei.

Vor diesem Hintergrund will das Projekt die Konsequenzen einer sich verändernden medialen Umwelt für den Sozialisationsprozess von Kindern und Jugendlichen untersuchen. Klassische Sozialisationsagenten wie Familie, Peergroup oder Schule werden als Kommunikative Figurationen betrachtet, auf deren Ausgestaltung die Heranwachsenden aktiv Einfluss nehmen und innerhalb derer Medien als Kommunikationskanäle, aber auch als Gegenstandbereiche bzw. Themenfelder eine wichtige Rolle spielen.

Das Projekt richtet seinen Fokus auf die Rolle der Medien für die Aushandlungsprozesse in Bezug auf Zugehörigkeit und Abgrenzung und die Veränderungen im zeitlichen Verlauf. Ausgangspunkt bildet dabei die Familie als erste und bedeutsamste Sozialisationsinstanz.

Die Studie basiert auf einem Sample von insgesamt 32 Familien aus dem Großraum Hamburg und Nürnberg. Neben den Kindern wurde jeweils auch ein Elternteil befragt. In der ersten Förderphase (2018-2021) wurden zwei Erhebungen durchgeführt. In der zweiten Förderphase sind im Frühjahr 2022 und 2023 zwei weitere Erhebungsphasen geplant.

Publikationen

Dertinger A., Rechlitz M., Lampert C., Potzel K. und Müller J. (2021): Medienbezogene Aushandlungsprozesse in der Familie aus einer figurationstheoretischen Perspektive
InZeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, S. 397 – 412. DOI: 10.3262/ZSE2104397.

Kammerl, R., Lampert, C., Müller, J., Rechlitz, M. und Potzel, K. (2021): Mediatisierte Sozialisationsprozesse erforschen: Methodologische Implikationen. In Wolf, K., Aßmann, S., Bettinger, P. & Rummler, K. (Hrg.), Medienpädagogik in Zeiten einer tiefgreifenden Mediatisierung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. S. 185 – 209. doi.org/10.21240/mpaed/jb16/2021.02.24.X.

Rummler K., Müller J., Kamin AM., Richter L., Kammerl R., Potzel K., Grabensteiner C., Schneider-Stingelin C. (2021): Medienhandeln Heranwachsender im Spannungsfeld schulischer und familialer Lernumgebungen In: MedienPädagogik 42 (2021), S. 63-84. DOI: 10.21240/mpaed/42/2021.03.10.X.

Kammerl, R., Müller, J., Lampert, C., Rechlitz, M. und Potzel, K. (2020). Kommunikative Figurationen – ein theoretisches Konzept zur Beschreibung von Sozialisationsprozessen und deren Wandel in mediatisierten Gesellschaften? In: Isabell van Ackeren, Helmut Bremer, Fabian Kessl, Hans Christoph Koller,Nicolle Pfaff, Caroline Rotter, Dominique Klein, Ulrich Salaschek (Hrsg.). Bewegungen - Beiträge zum 26. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Verlag Barbara Budrich. S. 377-388. DOI: 10.3224/84742385.