Medienpädagogik in Zeiten einer tiefgreifenden Mediatisierung

Die diesjährige Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) widmet sich den Forschungsfeldern der Medienpädagogik in Zeiten einer tiefgreifenden Mediatisierung. Die Tagung findet am 20. und 21. September 2018 im Gebäude GW2 (Geisteswissenschaften 2) an der Universität Bremen statt.

Mit dem Begriff der Digitalisierung ist die Beschäftigung mit Medien (wieder) in das Zentrum der bildungspolitischen Diskussion gerückt. So hat auch in Deutschland das KMK-Strategiepapier „Bildung in einer digitalen Welt“ (2017) medienpädagogische Kompetenzen in den allgemeinen Pflichtkanon der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften gehoben, während in der Schweiz der Themenkomplex „Medien und Informatik“als Teil des „Lehrplan 21“ vollständig überarbeitet wurde und in Österreich das BMBWF die Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0“ implementiert. Aber auch in der außerschulischen und der beruflichen Bildung gibt es einen Konsens über die Notwendigkeit, sich intensiver mit den pädagogischen und didaktischen Konsequenzen eines Veränderungsprozesses zu beschäftigen, welcher in den Kommunikations- und Medienwissenschaften als Mediatisierung bezeichnet wird: den Wechselbezug zwischen einem sich beschleunigenden Medienwandel, sowohl beharrenden als auch innovativen Kommunikationspraxen sowie einem globalen soziokulturellen Wandel (Krotz, 2007).

Das „Communicative Figurations“ Research Network der Universitäten Bremen und Hamburg beschreibt mit dem Begriff „tiefgreifende Mediatisierung“ eine radikalisierte Version der Mediatisierung, welche aktuell durch fünf Trends charakterisiert wird (Hepp & „Communicative Figurations” Research Network 2017): die wachsende Differenzierung, Konnektivität, Omnipräsenz, Innovationsgeschwindigkeit und Datafizierung der Medien.

Diese vielschichtigen und beschleunigten Wandlungsprozesse in ihrer Bedeutung für die Themenfelder Bildung, Lehren, Lernen, Erziehung und Sozialisation zu interpretieren, zu erforschen und zu gestalten, obliegt in besonderem Maße der Medienpädagogik und den mediendidaktisch-orientierten Fachdidaktiken in Zusammenarbeit mit ihren Bezugsdisziplinen wie z.B. der Informatik, der Soziologie, der Psychologie oder der Kommunikations- und Medienwissenschaft.

Programm

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