Repertoire-Mapping in qualitativen Interviews

In verschiedenen Forschungsprojekten innerhalb des Forschungsverbundes wurden Ansätze der egozentrischen Netzwerkkartierung adaptiert, um Muster der Mediennutzung (Repertoirekarten) oder die Akteurskonstellation und Informationsquellen, die der Publikumsbeziehung von Journalist*innen zugrunde liegen, im Rahmen qualitativer Interviews zu visualisieren.

In dem DFG-Projekt "Public Connection: Individuals' media repertoires and the re-figuration of publics" werden Techniken des Repertoire Mappings eingesetzt, um i) das gesamte Medienrepertoire der Interviewpartner, ii) ihre relevanten kommunikativen Figurationen oder Öffentlichkeiten und iii) die relevanten kommunikativen Praktiken für bestimmte Öffentlichkeiten zu visualisieren.

Durch das Panel-Forschungsdesign können wir Veränderungen im Medienrepertoire vor und während der Pandemie oder anderer (Medien-)Transformationen rekonstruieren. Hier ist die Visualisierung des Medienrepertoires von Jonas im Februar, April und September 2020 dargestellt (Bilder 5-7).

Im DFG-Projekt „Journalism and its audience: The re-figuration of a relationship and its influence on news production“ wird das Repertoire-Mapping als ein Baustein im Rahmen von thematisch noch breiter angelegten Interviews mit Journalist*innen eingesetzt und damit diese aus Sicht der Journalismusforschung innovative Methode getestet. Konkret nutzen wir Repertoire-Mapping, um zu erheben, welche Medien- und Datenquellen (z. B. Nutzerkommentare oder verschiedene Formen von Nutzungsmetriken) sowie Akteursgruppen (z. B. Kollegen*innen und Social Media-Redakteur*innen) aus Sicht der interviewten Journalist*innen für ihre Publikumsbeziehung relevant sind. Über die Methode des „Lauten Denkens“ erheben wir während des Mappings jeweils kontextualisierende Aussagen der interviewten Journalist*innen zu den Fragen, warum und wie genau die gemapten Akteur*innen und Quellen ihre Publikumsbeziehung formen. Die Bilder 8 und 9 zeigen die so erhobene Akteurskonstellation sowie Medien- und Datenquellen der Publikumsbeziehung zweier Journalist*innen im Vergleich.

Publikationen

  • Merten, L. (2020). Contextualized repertoire maps: Exploring the role of social media in news-related media repertoires. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 21(2).https://doi.org/10.17169/fqs-21.2.3235